Blogtexte

Himmel Acht (S1E1)

Frank Struck sah aus dem Fenster. „Nanu“, dachte er. „Ich bin ja wirklich kein Experte für Luftfahrtsicherheit. Nein, ganz und gar nicht. Aber es kommt mir irgendwie, nun ja, ungewöhnlich …

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Journalismus, Objektivität und die neue Ehrlichkeit

Die Huffington Post ist seit ein paar Tagen in Deutschland angekommen und dieses etwas unglücklich mit dem Focus-Magazin und Cherno Jobatey gestartete Projekt ruft die ersten Reaktionen zur neuen Kostenloskultur …

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Neues vom Planeten Weibo: Die Ente bleibt draußen

Am vierundzwanzigsten Jahrestag des Tiananmen-Massakers haben sich die chinesischen Zensoren besondere Mühe gegeben, dass nun bloß keiner daran denkt, oder über das Thema diskutiert oder vielleicht sogar um die damals …

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Video: Goldene Palme für Jia Zhanke

Für das Drehbuch von „A touch of sin“ hat Jia Zhanke die Goldene Palme in Cannes erhalten. Hier ein Arte-Video über den Film, der sich mit den gewalttätigen Aspekten der …

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Die Popkultur als Brücke zwischen Ost und West

Der US-Chinesische Pop-Superstar Wang Lihong hat eine beeindruckende Rede an der Oxford-Universität gehalten. Er hält Softpower für eine Form des Geschichtenerzählens, die es schafft, dass man sich für etwas begeistern …

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Die Drahtpenismänner

Eigentlich wollte ich ja im Moment nicht mehr so viel zum Thema „China“ bloggen, nun kann man aber einige Sachen auch nicht einfach für sich behalten, oder? Herr Poettgen von …

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Neues vom Planeten Weibo: Mike Sui

Mike Sui hat etwas geschafft. Er hat den unendlich langweiligen, nicht unsympathischen, aber komplett selbstironie- und humorbefreiten Mark Rowswell, besser bekannt als Da Shan, von seinem Thron gestoßen. Rowswell war …

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Interview: Zombie-Attacke bei Weibo?

Nachdem ich mich nun so viele Jahre zu weltbewegenden Fragen in der Badewanne selbst interviewt habe, hat sich nun endlich jemand meiner erbarmt. Maximilian Kalkhof, einer der Autoren von Stimmen …

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Beep me if you can – Chinesischer Regisseur beschwert sich über die Zensur

Feng Xiaogang ist einer der wichtigsten Regisseure Chinas. Seine Filme sind oft getragen von einem humoristischen Blick auf Chinas gesellschaftliche Realität. Mit dem Publikumserfolg „If You Are The One“ (非诚勿扰) …

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Und es hat Bing gemacht!

Hey super, die Jungs von Microsoft haben endlich den Babelfisch aus „Per Anhalter durch die Galaxis“ entwickelt. Das wurde langsam aber auch Zeit. Immer dieses öde Vokabelpauken. Wozu gibt es …

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Chinabildblog: Die geschlagene Gurke und die ewige Ente

Journalisten haben es schwer. Die Welt ist groß und sie sind klein. Gerade in China, dem Land in dem eigentlich niemand genau weiß, was wirklich passiert und jeder sich aus …

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Das doppelte Gangnam

Noch immer scheint die ganze Welt nicht vom koreanischen Gangnam-Fieber geheilt. Vielleicht gibt es ja im tiefsten brasilianischen Urwald noch jemanden, der dieses Video noch nicht gesehen hat. Vielleicht. Bei Youtube allerdings ist inzwischen die 100-Millionen-Grenzen im unnachahmlichen Hoppe-Hoppe-Reiter-Schritt genommen.

Doch halt. Unnachahmlich. Nicht unbedingt. Was haben die Netizens rund um den Planeten nicht alles angestellt mit diesem Video. Auch die chinesischen Video-Portale quellen geradezu über mit skurrilen Adaptionen. Beliebt sind der Obama-Style, eine technisch beeindruckende, aber fraglos vollkommen politisch-unkorrekte Fassung im Hitler-Style und eine Folkrock-Variante.

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Die Ruhe. Das Nichts-Tun

„Dao ke dao, fei chang dao“, sagte Doktor Cao. Er sagte es nachdenklich und auch sein Ellenbogen schob sich deutlich langsamer zwischen meine Lendenwirbel. Ich hatte diesen Satz gelesen, als …

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Der iMönch und das Affentheater

ancan Fashi ist ein ganz besonderer Mönch, eine Art IMönch. Denn er hat sich zum Ziel gesetzt, die Weisheit des Buddhismus auf allen zu Verfügung stehenden Wegen zu verbreiten. Weil Weibo, die niemals ruhende Quasselmaschine, das unglaublichste aller derzeit auf diesem Planeten existierenden Medien ist, M-bloggt er. Na, was denn auch sonst? Und weil er nicht nur als Lebensberater und Seelenbeistand den Menschen Vieles zu geben hat, sondern auch noch ein lustiger Typ ist, lieben ihn die Menschen in China. Doch halt! Ist das wirklich der wahre Grund, warum Yancan Fashi praktisch über Nacht zu einer Berühmtheit geworden ist, die in Fernseh-Shows auftritt? Wie kann es sein, dass er in kürzester Zeit über 2 Millionen Follower auf seinen Weibo hat? Vielleicht liegt es ja auch ein bisschen an dem folgenden Video. Nicht nur die Affenbande, die ihm zu schaffen macht, ist ein absolutes Highlight der jüngeren Weibo-Historie. Es ist vor allem sein mit ernster Miene vorgetragenes buddhistisches Gedicht über einen heiligen Berg. Denn das Komische daran ist, dass der liebe Mann sich zwar sehr viel Mühe gibt, aber am Hochchinesisch klänglich scheitert. Nicht, dass ich das beurteilem könnte, aber ich habe mir sagen lassen, dass sein breiter Hebei-Dialekt samt seiner falschen Töne unglaublich komisch klingen. Aber sehen Sie selbst!

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Ein langer Kommentar zu „Hitlers chinesische Familie“

Die komische Hitler-Verehrung bei manchen Chinesen hängt sicher mit fehlenden historischen Kenntnissen zusammen. Persönlich Erfahrenes spielt dabei aber ebenfalls eine wichtige Rolle. Auch wenn viele meiner Landsleute Deutschland sympathisch finden, ist Deutschland von China doch weit entfernt und man hat deshalb kaum persönlichen Zugang. Was man an Deutschland erleben konnte, war lange Zeit nur das legendäre „Made in Germany“ bzw. irgendeine alte Legende darüber. Ich kann mich z.B. bis heute an einen Spruch meines Großvaters erinnern: „Deutsche sind anständige Leute. Sie zahlen gut, wenn man ordentlich arbeitet. Die Japaner aber, die sind alle Schweine!“ Er war in seinen jungen Jahren Eseltreiber und hatte sowohl Deutsche, die in der Gegend ein Kohlenrevier besessen hatten, erlebt, als auch später die Japaner, die das Kohlenwerk besetzten. Als er mir seine Ansichten erzählte, kam ich gar nicht erst darauf, diesem Schwarz-Weiß-Bild irgendetwas entgegenzusetzen. Denn ich wusste zwar vom bösen Nazi-Deutschland, doch es war für mich nichts weiter als der abstrakte Begriff „Faschismus“ und ein paar Daten, die in keiner Verbindung zu mir standen. Japan war hingegen etwas Anschauliches: das war das Massengrab, das die japanische Besatzung im Kohlenrevier hinterlassen hatte. Darin lagen Schicht über Schicht Skelete von Zwangsarbeitern. An den Überresten konnte man teilweise erkennen, auf welche Weise sie gequält getötet worden waren.

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